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News 1:18 NZG Mercedes CLA Shooting Brake X174 2026

Shooting Brake: Vom Kutschbau zur Moderne

Auf der Straße noch nicht etabliert, weil brandneu. Aber bereit zum Einzug in die Vitrine: NZG liefert die Fachhandelsversion des Mercedes CLA Shooting Brake in gleich vier Farben aus, zunächst ausschließlich die rein elektrische Version.

Ein Kombi mit geringer Ladekapazität, aber hohem Eleganzfaktor wird heute „Shooting Brake“ genannt, also ein reiner Lifestyle-Kombi. „Shooting Brake“ ist aber keine neue Erfindung, sondern ein lang etablierter Begriff der Karosseriebaukunst, noch aus Kutschenzeiten. „Shooting“ ist klar, es bezeichnet den Verwendungszweck, also den Transport von Jagdgesellschaften und deren Equipment, nämlich Jagdflinten und der erlegten Beute. „Brake“ heißt Bremse und bezeichnete ursprünglich ein robustes Fahrgestell, das verwendet wurde, um ungestüme Jungpferde im Zuge der Zähmung „einzubremsen“. Es wurde dann im Kutschbau übernommen für kleine, stabile Kutschen, die sowohl Personen als auch Nutzlast transportierten.

In den 60er Jahren wurde der längst vergessene Shooting Brake zu neuem Leben erweckt und bekam eine etwas andere Bedeutung: Britische Gentlemen, die gerne englische Sportwagen fuhren, beklagten, dass sie in ihres Aston Martin Kofferraum kein Jagdgewehr verstauen konnten, weil zu klein (der Kofferraum. Nicht die Flinte, die war zu lang für den Kofferraum). Also ersannen Karosseriebauer, allen voran Harold Radford, den Shooting Brake auf Basis von Vollblut-Kalibern wie dem Aston oder dem Lamborghini: Ein Kombi- statt des coupéhaften Fließhecks, voll verglast, meist horizontal geteilte Heckklappe. Die Dachhöhe blieb bestehen und somit coupéhaft niedrig, aber hinten war etwas Stauraum: Platz für die Jagd- oder Golfausrüstung oder was für Outdoor-Hobbys der feine Herr eben so pflegte. So entstanden Kleinserien beispielsweise auf Basis des Aston Martin DB5 oder Jaguar Mk II, aber auch Einzelstücke der Karosseriebaukunst wie der Lamborghini 400 GT Flying Star mit Touring-Karosserie. Auf kleiner Flamme köchelte das Genre vor allem in Großbritannien weiter, in den 70ern und 80ern entstanden Shooting Brakes auf Jaguar XJ-S, Günter Artz präsentierte Anfang der 80er einen auf Porsche 924 und 928, die wieder erstandene Firma Touring verwandelte 2010 einen Bentley Continental GT in einen Shooting Brake und nannte ihn erneut Flying Star, wie weiland den Lambo.

Vom Trio Volvo P1800 ES „Schneewittchensarg“, dem Reliant Scimitar GTE und dem Lancia Beta HPE abgesehen, war das Genre des Shooting Brake nie etwas für die Großserie am Fließband. Das BMW Z3 Coupé wird zwar von manchen als Shooting Brake bezeichnet, aber darüber lässt sich trefflich streiten. Zum Fließband-Auto wurde der Shooting Brake ab 2012, von Daimler-Benz neu interpretiert. Zunächst kamen die Viertürer-Coupés (Mercedes CLS), dann folgten auf deren Basis die Shooting Brakes, der CLS auf E-Klasse-Basis, der CLA auf der C-Klasse. Der Versuch war von Erfolg gekrönt und wurde imitiert, Volkswagen brachte den Arteon Shooting Brake, Kia den ProCeed, Porsche den Panamera Sport Turismo und den Taycan.

Drei Generationen CLA

Den Mercedes CLA gibt es mittlerweile in dritter Generation. 2013 der X117, 2019 der X118, seit 2025 der X174/178, wobei die Baureihe 174 rein elektrisch und der 178er der Vollhybrid ist. Mit einer 1:18-Miniatur beauftragte Daimler-Benz NZG, und die Fachhandelsversion als EQ-Version (also der reine Elektriker, der X174) ist nun in vier Farben lieferbar: Polarweiß, Kosmosschwarz Metallic, Clear Blue Metallic sowie Manufaktur Patagonienrot Metallic, unser Muster, alle zum gleichen Preis.

NZG macht bereits die Limousine, sowohl als Elektroauto wie auch als Vollhybrid mit in China hergestelltem 1,5-Liter-Vierzylinder-Verbrenner (Caramini-online vom 31. Oktober 2025). Die Technik sieht man dem Modell nicht (oder besser: kaum) an, nur der Kühlergrill ist unterschiedlich, weil ein Elektroauto eben keinen Kühler hat, der Kühlluft benötigt. Aber dem Modell sieht man den Unterschied sehr wohl an, denn beim Elektriker bleibt die vordere Haube dauerhaft zu – beim Modell, wohlgemerkt. Beim Original nicht, da gibt es einen vorderen Kofferraum, der so schön „Frunk“ genannt wird: ein Kofferwort aus „Front“ und „Trunk“, was amerikanisches Englisch ist und „Kofferraum“ heißt (die Briten sagen nicht „Trunk“, sondern „Boot“). Das Modell, derzeit ausschließlich die Elektroversion X174, gab es auch im Mercedes-Accessoire-Shop als Industriemodell in der Ausstattungsversion AMG-Line, dort in Manufaktur Alpingrau Uni oder in Hightechsilber lackiert, derzeit nicht lieferbar. NZG hält das Fachhandelsmodell dafür in vier Farben bereit, jeweils mit zweifarbigen 18-Zoll-Aerodynamik-Alus im 5-Doppelspeichendesign, von NZG in Glanzschwarz mit Silber ausgeführt. Es handelt sich um ein typisches Industriemodell, mit Mercedes-Daten erstellt, professionell umgesetzt, von Mercedes abgesegnet. Da kann nichts schief gehen, da passt alles. Der Grill ist völlig geschlossen und mit Mercedes-Sternchen verziert, die Leuchten inklusive der heute unabdingbar nötigen, verbindenden Leuchtbänder sind perfekt umgesetzt, das Auto lenkt und federt, die Bodengruppe ist so einsilbig wie am Original, Innen- und Kofferraum sind mit Teppichboden beflockt, die Spaltmaße der Türen und der Heckklappe sind korrekt, die Türen schließen mit Federunterstützung und der schwarze Innenraum sieht genau so aus wie ein CLA-Innenraum eben aussieht. Das Modell hat keine Gimmicks und bietet somit keine spielerischen Überraschungen, dafür ist es mit 135 Euro fair eingepreist. Hersteller ist, wie bei NZG-Modellen üblich, Keng-Fai, die Konstruktion erfolgte bei NZG in Nürnberg.

afs

„Premium-Kompaktklasse“ nennt man das Marktsegment des CLA Shooting Brake. Ausgeliefert wird das Original seit März 2026, ist also im Straßenbild noch nicht etabliert, sondern eher im Mercedes-Ausstellungsraum zu sehen. Und als Achtzehner in der Vitrine.
Modellfotos: bat
Der klassische Shooting Brake: 1966er Aston Martin DB5 mit Aufbau von Harold Radford, aufgenommen 2023 beim Hampton Court Concours in England.
Foto: MrWalkr
Die italienische Interpretation: Lamborghini Flying Star II von 1966, von Touring Superleggera auf Basis eines 400 GT realisiert, ein Einzelstück.
Foto: alfone45
Wiederentdeckung des Genres in Stuttgart: Auf der zweiten CLS-Generation baute Mercedes zwischen 2012 und 2018 einen Shooting Brake, der wie einst die erste Generation des CLS (C219) eine neue Klasse begründen sollte. Im Bild das Topmodell, der CLS 63 AMG S 4Matic.
Foto: Tokumeigakarinoaoshima

Steckbrief:

NZG 110200011 Mercedes CLA Shooting Brake X174 2026 rotmetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 135 Euro.