1/43

News 1:43 Ixo Nissan Skyline GT-R (R34) und Honda Civic Coupé (EJ1)

Reispfanne extra scharf

Der Topf an wohl gegarten Nissan GT-R, vor allem der Generation R34, scheint momentan auf so heißer Flamme zu sein, dass Überkochen nicht ausgeschlossen ist.  Nun auch Ixo in 1:43, in überbordendem Violettmetallic. Und dann noch ein scharf gewürzter Honda Civic – Ixo macht die langweilige japanische Reispfanne absolut heldentauglich.

Von wegen fade, frittierte Tempura. Das ist mindestens Tonkatsu mit roter Pfefferpaste und Flying-Goose-Chilisause, was uns Ixo hier serviert. Das entlockt mehr als ein „Uiiiih…!“, das geht in Richtung „Oooooh…!“ und hat geschmackliche Nachwirkungen. Übrigens beinhaltet das Geschmacksempfinden Schärfe nicht als Geschmack an sich. Schärfe bedeutet für Gaumen und Zunge nichts als Schmerz. Wer’s scharf liebt, ist also ein (kleiner) Masochist. Das mag auch für die beiden neuen Ixo-Japaner gelten.

Mode statt Magie

Violettmetallic ist in den letzten Jahren zu einer Inkarnation der Tuningfarbe geworden. Früher (als noch mehr Lametta war) blieb Violett oder Lila oder alles, was dazwischen situiert ist, auf Autoblech selten. Ford hatte 1969 ein Dunkelviolett auf dem 20m P7b, VW 1983 ein Auberginemetallic auf dem Aubergine-Käfer – es waren Ausnahmefarben. Die Farbe war für Alltagsgegenstände wie Autos, mit denen sich ihre Fahrer identifizieren sollten und mit denen sie brillieren wollten, zu geistig und geistlich, zu phantasiehaft und träumerisch, zu weise, würdig, spirituell und magisch. Dass heute die Tuningobjekte gerne in dunklem Violettmetallic lackiert werden, egal ob sie in Las Vegas (SEMA) oder in Essen auf Tuningschauen ausgestellt werden, hat nichts mit Magie, sondern nur mit Mode zu tun. Getunte Modellautos sind auch Mode, und oftmals eine einfach zu realisierende. Denn wenn dank anderer Felgen und einer entsprechenden Lackierung eine Tuningversion erstellt werden kann, so entstehen weder Entwicklungs- noch Formenbaukosten. Oder, anderer Weg, man erschafft eine generische Tuningversion, beispielsweise einen RWB-Porsche, und kann ihn in beliebiger Weise lackieren, denn er ist ja „nur generisch“ und darf deshalb alles.

„Fast and Furious“-Zweitverwertung

Bei Ixo ist es nichts als Zweitverwertung, was wir derzeit im Tuningbereich bekommen. Dafür ist Ixo berühmt: Erst eine Kiosk- oder Abonnementserie machen, die Formen amortisieren sich durch hohe Stückzahlen, die preisgünstig und temporär und nur in einem Land verkauft werden. Und dann kommt in anderer Farbe ein nicht oder kaum verändertes Fachhandelsmodell, allgemein verfügbar. Ixo bedient seit August 2022 die französische Serie „Fast and Furious“ worin es – man ahnt es – um die Autos aus den elf gleichnamigen US-Kinofilmen geht. Jetzt eben, also sehr aktuell, erschien in der Kioskserie das Honda Civic EJ1 Coupé in einfarbigem Schwarz, der Nissan Skyline GT-R (R34) kam im August 2023 in hellem Blaumetallic – eben genau so, wie im Film.

Der Ixo-Formenbau ist bekanntlich gut, Ausrutscher kommen in Anbetracht der Menge, die dort entsteht, zwar vor, aber sehr, sehr selten. Die beiden Tuning-Jappsen sind keine Ausrutscher, sondern sehr gelungene Fahrzeuge. Vor allem der Skyline in dunklem Violett begeistert, breit, stämmig, wohl beflügelt und wohl berädert mit feisten Alus, goldene Felgensterne und polierte Felgenränder, der Bodykit des Filmautos stammt von C-West, die Felgen von HRE – das macht was her! Eher konventionell lackiert, in Boy-Racer-Art, ist der Honda Civic EJ1. 1993 als Coupé erschienen mit 101 PS aus 1,5 Litern und im Folgejahr zusätzlich mit 125 Pferden aus 1,6 Litern, nun ein VTEC-Motor. Auf ihm basiert das Ixo-Modell mit doppeltem Heckflügel, leicht verbreitert mit Plastikverkleidungen an den Schwellern und monströsen Schürzen vorn und hinten, deren Öffnungen noch viel monströser sind. Der Bodykit der Fast-and-Furious-Version und somit des Ixo-Modells stammt von Vader-Style und VIS Racing Bomber. Die Lackierung ist ein sonniges Gelb mit mattschwarzer Haube, die Axis-Neo-Alus ebenfalls mattschwarz. Das Auto wurde übrigens in den USA gebaut, und wer in Japan einen haben wollte, erhielt also ein amerikanisches Importfahrzeug.

Die französische Kioskserie „Fast and Furious“ ist mittlerweile bei Nummer 40 angelangt, wird also mindestens noch 20 neue Modelle bringen, allesamt Neuentwicklungen. Entsprechend groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei Ixo noch so einiges an Getuntem für den Fachhandel abfallen wird. afs

„Fast and Furious“ wird von jungen Petrolheads mit tiefer gelegten Polos in Wanne-Eickel gehypt. Deren Nerv treffen die Kinofilme total, und die Jungs sind sogar in der Lage, dem Inhalt zu folgen. Wer genau wissen möchte, wie die konkreten Fahrzeuge aussehen, wer sie fährt, wie sie getunt sind, welcher Bodykit und welche Felge verbaut ist, sollte die Internetseite www.fastandfurious.fandom.com besuchen. Da werden Sie geholfen: Jedes Filmauto, egal ob Haupt- oder Nebenrolle, wird exakt analysiert.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Ixo CLC526N Nissan Skyline GT-R (R34) 1999 violettmetallic und CLC528N Honda Civic (Typ EJ1) Coupé 1994 gelb/mattschwarz. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP je 24,95 Euro.