Cruisen in den USA und Havarie in der DDR
Im vergangenen Jahr hat Busch noch einen großen Schwung an neuen Modellen, meist Farb- und Beschriftungsvarianten, an den Handel ausgeliefert. Nicht nur aus eigener Produktion, sondern auch von Espewe und Melhose. Zwei Formneuheiten, eine von Busch selbst, die andere von Melhose, bereichern das Sortiment.

Busch stellt die Figuren zur Bestückung seiner Modelle, besonders der Cabriolets, selbst im 3D-Druckverfahren her. Damit können sie bestens an die Autominiaturen angepasst werde. So sind bei den Fahrern und Fahrerinnen die Hände korrekt am Lenkrad. Flottes Fahren scheint der Blondine im weißen Ford Thunderbird Cabriolet besonders gut zu gefallen, man erkennt es an der Körperhaltung. Ihrem Beifahrer scheint das zu schnell zu sein, seine linke, beruhigende Handbewegung zeigt dies deutlich. Im offenen Ford Mustang sind zwei junge Damen ins Wochenende unterwegs. Darauf deuten der Koffer und die Getränkekiste (gefüllt mit Bierflaschen?) hin, und die Beifahrerin freut sich mit ausgestreckten Armen sichtlich auf die freien Tage. Allein im Fahrzeug steuert der Fahrer der schwarzen Chevrolet Corvette sein Cabriolet über die Route 66. Lässig hat er eine Hand am Lenkrad, der linke Arm ragt aus dem Innenraum. So scheint er gemütlich zu cruisen.
Steckbrief:
Busch 45245 Ford Thunderbird Cabriolet offen 1955. Karosserie weiß. IA rot. Fahrerin und Beifahrer. 47528 Ford Mustang Cabriolet offen 1964. Karosserie dunkelblau. IA weiß, Fahrer- und Beifahrerin. UVP jeweils 25,99 €. 45435 Chevrolet Corvette C1 Cabriolet offen 1953. Karosserie schwarz. IA rot. Fahrer. UVP 21,49 €.
Nicht nur bei Ford, auch bei Busch ist der Ford Kuga der zweiten Generation ein Erfolgsmodell. Diese wird seit 2013 produziert, Busch zeichnet das große Facelift von 2016 nach, bei dem besonders die Front- und Heckpartien neu gestaltet wurden. Als Zubehör erhält das in Grau gehaltene Modell einen Fahrradträger mit sehr fein detailliertem Mountainbike.

Steckbrief:
Busch 53528 Ford Kuga mit Fahrradträger und Fahrrad 2016. Karosserie grau. IA schwarz. UVP 31,99 €.
Begeben wir uns auf die Straßen und Rennstrecken der DDR. Um liegen gebliebene Personenwagen zu bergen, bauten viele Autowerkstätten in Eigenregie Abschleppwagen auf der Basis von Lastwagen. Der Robur LO 2002 A erhielt dabei eine Seilwinde auf der Pritsche, ein unverzichtbares Hilfsmittel beim Aufladen defekter Fahrzeuge. Jetzt geht es auf die Rennstrecke. Dort waren Einsatzfahrzeuge des ADMV (Allgemeiner Deutscher Motorsport Verband) im Einsatz, um die Strecken bei Motorsportveranstaltungen abzusichern und zu kontrollieren. Das Vorbild des aktuellen Busch-Modells, ein Framo V901/2 Halbbus, gehörte in den 50er-Jahrenzum Fahrzeugpool des ADMV, der bis 1990 sogar der FIA angehörte. Nicht aus dem Straßenbild der DDR wegzudenken sind Funkstreifenwagen der Volkspolizei auf Basis des russischen UAZ 469. Damit konnten die Vopos auch im unwegsamen Gelände agieren. Busch hat das Modell sehr fein bedruckt, besonders das Wappen zeigt sich sehr filigran.



Steckbrief:
Busch 50251 Robur LO 2002 A Abschleppwagen 1973. FH und Aufbau orange. FG schwarz. Ein orangetransparentes Warnlicht. UVP 29,99 €. 51286 Framo V901/2 Halbbus „ADMV“ 1954. Karosserie grünblau mit grauem Fensterband. IA braun. Weißes Dachschild. UVP 27,99 €. Beide Modelle mit beiliegenden Seitenspiegeln. 52121 UAZ 469 Funkstreifenwagen geschlossen „Volkspolizei“ 1972. Aufbau olivgrün. IA schwarz. Verdeck grün. UVP 27,99 €.
Der Traktor vom Typ Belarus MT-52 wurde ab 1964 im russischen Minsk produziert, ungefähr 200.000 Exemplare verließen die Werkhallen bis 1985. Über 12.000 Exemplare wurden in die DDR importiert. Busch verkleinert eine Version für die Forstwirtschaft mit Rückeschild, das nicht nur als Heckschutz diente, sondern auch den Abtransport der Baumstämme erleichterte. Das Modell überzeugt durch seine filigrane Gestaltung.

Steckbrief:
Busch 51357 Belarus MTS-52 mit Rückeschild 1964. Aufbau, Anbauteile und Felgen dunkelrot. Dachdunkelgrau. IA schwarz. UVP 27,99 €.
Die SSB (Stuttgarter Straßenbahnen) setzen für Patrouille-Fahrten im Streckennetz Fahrzeuge vom Typ Ford Transit Custom ein. Busch hat das Vorbild rundum authentisch bedruckt und mit einem orangetransparenten Warnbalken versehen. Eine Formneuheit stellt der Ford Transit des Baujahrs 2014 dar. Wir haben uns für die Version als Einsatzfahrzeug der DLRG entschieden, dessen Vorbild im nordrhein-westfälischen Siegen stationiert ist. Auch bei diesem Modell überzeugt die Qualität der Bedruckung.


Steckbrief:
Busch 52434 Ford Transit Custom Flachdach „SSB“ 2012. Aufbau weiß mit schwarz bedruckten Seiten- und Heckscheiben. IA schwarz. Dachbalken orangetransparent. UVP 33,99 €. 54505 Ford Transit Bus „DLRG“ 2014. Aufbau weiß. IA schwarz. Blautransparenter Dachbalken und blautransparentes Warnlicht. UVP 36,99 €. Beiliegende Seitenspiegel.
Auch die Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes werden immer bunter. Der Ford Ranger trägt das so genannte Battenberg-Design in Rot und Blau, die Ladefläche ist abgedeckt, um die Einsatzgeräte zu schützen. Da sich kein reales Vorbild recherchieren ließ, gehen wir davon aus, dass es sich bei dem Fahrzeug um eine Farbstudie handelt. Das Vorbild des Nissan Navara wurde von Spezialisten für Beschriftungen und Markierungen für Einsatzfahrzeuge, der Firma Design 112, gestaltet. Das Fahrzeug ist beim Landesverband des DLRG Baden bei der Ortsgruppe Eberbach stationiert. Dort ist die Pritsche noch mit einem Kastenaufbau versehen.

Steckbrief:
Busch 52829 Ford Ranger mit Abdeckung „Katastrophenschutz“ 2015. Karosserie rot mit blauem Schachbrettmuster. Dach weiß. Motorhaube und Abdeckung mattschwarz. Dachbalken blautransparent. UVP 34,99 €. 53721 Nissan Navara „DLRG“ 2015. Karosserie weiß mit roten Kontrastflächen. Dachbalken blautransparent. UVP 29,99 €.
Das Löschfahrzeug LF 20/2 auf Basis eines Mercedes MK 94 der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Rhede in Nordrhein-Westfalen wurde 1995 in Dienst gestellt und ist immer noch im Einsatz. Ein paar technische Daten: Besatzung 1/8; Löschwassertank Inhalt 1600 Liter; zulässiges Gesamtgewicht 14 Tonnen; Motorleistung 240 PS. Das Fahrzeug wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg übernommen und rückt bei Sturmeinsätzen in der Regel als Erster aus. Busch hat das Modell extrem aufwändig mit fast 30 Einzeldrucken authentisch gestaltet.


Steckbrief:
Busch 43820 Mercedes MK 94 1224 Feuerwehr-Löschgruppenfahrzeug „Freiwillige Feuerwehr Stadt Rhede“ 1994. FH und Aufbau rot. Kotflügel und Stoßstange weiß. Rollladen und Dachaufbauten chromsilbern. Dachbalken mit blautransparenten Warnlichtern und blautransparentes Einzelwarnlicht. Beiliegende Zurüstteile. UVP 54,99 €.
Espewe
Aus dem Neuheitenangebot von Espewe hat uns der IFA W50 L LA/PV mit Spriegel besonders gut gefallen. Im Original war der W 50 L seit 1965 der Grundtyp für eine Vielzahl verschiedener Aufbauten, seit 1968 auch mit Allradantrieb. Der W 50 4×4 ist mit einer verstärkten Pritsche versehen und war außer beim Militär der DDR auch auf Exportmärkten wie dem Irak oder Iran im Einsatz. Sehr filigran ist Espewe der Planenspriegel gelungen, auch die Innenseiten der Bordwände sind vorbildgerecht gestaltet.

Steckbrief:
Espewe 95290 IFA W50 L LA/PV mit Spriegel 1968. FH, Pritsche und Spriegel hellgraublau. FG schwarz. Beiliegende Seitenspiegel. UVP 36,99 €.
Melhose
Melhose hat sich zunehmend Miniaturen nach militärischen Vorbildern aus der DDR verschrieben. Neuestes Modell ist der Schützenpanzerwagen SPW-60 der Nationalen Volksarmee. Vom Fahrzeug aus russischer Produktion (dort hieß es BTR-60) kamen ungefähr 500 Einheiten in die DDR. Gelenkt wurde der SPW-60 sowohl auf der Straße wie auch im Gelände allein über die zwei vorderen Radpaare. Für amphibische Einsätze wurde im Heck ein Wasserstrahlantrieb eingebaut. Vorteilhaft im Betrieb war die gute Geländegängigkeit, ein Nachteil der hohe Kraftstoffverbrauch. Melhose ist es gelungen, das Vorbild sehr präzise in den Maßstab 1:87 zu verkleinern.
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Steckbrief:
Melhose 210 106000 Spähpanzerwagen SPW 60 „NVA“ 1960. Aufbau olivgrün. UVP 27,99 €.