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News 1:87 Wiking /NAM Ferrari 412 P – die letzten beiden Modelle

Elf Freunde sollt ihr sein

Eine Fußballmannschaft wäre nun vollständig auf dem Platz angetreten. Wir sind jedoch nicht auf zwei Beinen, sondern motorisiert und vierfach berädert mit Rennsportwagen unterwegs. Das Nationale Automuseum – The Loh Collection (NAM) hat seit 2025 insgesamt elf kleine Abbilder der großen Ferrari des Typs 330 P3 und der weiterentwickelten Kundenversion 412 P bei Wiking exklusiv in Auftrag gegeben. Bislang konnten die Ferraristi nur neun der elf vom NAM angekündigten Modelle erwerben. Die noch ausstehenden beiden Ferrari 412 P-Miniaturen sind nun im Museumsshop erhältlich.

Mit den drei Exemplaren des Ferrari 330 P3, einem Spider und zwei Berlinettas, bestritt der Ferrari-Werksrennstall die Rennsaison 1966. Der Spider erhielt am Saisonende die Technik des neuen Ferrari 330 P4, mutierte zum 330 P3/4 und fuhr auch 1967 im Werksteam. Die beiden Berlinettas wurden leicht modifiziert und bekamen die neue Typenbezeichnung 412 P. Zusätzlich produzierte Ferrari zwei neue 412 P auf Basis der noch vorhandenen 330 P3-Teilesammlung. Alle vier 412 P-Rennsportwagen wurden an Kundenteams verkauft und verstärkten damit die Werksarmada aus Maranello in der Saison 1967.

Das Vorbild des ersten neuen Ferrari 412 P-Modells, des roten, trägt die Startnummer 7 und wurde von David Pipers Rennteam bei den neun Stunden von Kyalami 1967 eingesetzt. Der Rennsportwagen, Chassis-Nr. 0854, war einer der beiden neuen, 1967 produzierten 412-P-Berlinettas und kein Ferrari 330 P3-Umbau. Verkauft wurde das Fahrzeug an den privaten Rennstall von Maranello Concessionaires Ltd., einem britischen Importeur für Ferrari-Fahrzeuge, der 1960 von Colonel Ronnie Hoare gegründet wurde. Das Rennteam nahm an bedeutenden internationalen Rennen teil. Nach dem Rennen in Le Mans 1967 wurde der Wagen an David Piper für 15.000 Pfund Sterling verkauft. Im ersten Rennen des David Piper Rennteams bei den sechs Stunden von Brands Hatch 1967 fuhr der Wagen mit einer Spider-Karosserie, danach war er wieder als Berlinetta im Einsatz. So auch beim Rennen in Kyalami 1967, bei dem David Piper und sein britischer Team-Kollege Richard Attwood mit dem in Grün lackierten 412 P nach 314 Runden den fünftem Platz im Gesamtklassement erzielten. Die Fahrzeuge des Rennstalls von David Piper waren immer in Grün lackiert. Bei den Rennen in Kyalami wurde Piper zur Legende, denn er gewann diese Veranstaltung fünf Mal auf Ferrari und zum sechsten Mal auf einem Porsche 917. Ab 1962 beteiligte sich David Piper weltweit mit seinen eigenen Ferraris und zuletzt mit dem Porsche 917 an Sportwagenrennen und pilotierte auch die Rennwagen des Rennteams von Maranello Concessionaires, von dem er den Ferrari 412 P übernahm. Seine aktive Rennfahrerkarriere endete im Jahr 1970 bei den Dreharbeiten zum Steve McQueen-Film Le Mans, als er schwer verunfallte. Später beschränkte er sich auf die Teilnahme an historischen Rennveranstaltungen.

Der grüne 412 P ist ein alter Bekannter im Wiking-Universum, da das Modell bereits zuvor in der von Maranello Concessionaires in Le Mans 1967 gefahrenen Version mit der Startnummer 23 produziert wurde. (Wiking-Nr. 8182 09). Das Wiking-Modell wurde in der bereits bekannten 412 P-Form umgesetzt. Die Farbgebung mit Startnummern und Werbung entspricht dem großen Vorbild. Die 1967 neu eingeführten Felgen für die Werkswagen, die von den privaten 412 P mindestens ab Le Mans 1967 ebenfalls verwendet wurden, sind vorhanden. Wenn man den von Kyalami bekannten Bildern glauben darf, entsprach die Karosserie des Piper-412 P nach dem Rückbau vom Spider zur Berlinetta an Front und Heck nicht mehr der ursprünglichen 412 P-Form. Das Heck ähnelt mit der großen Öffnung, in der das Reserverad sichtbar ist, eher dem Ferrari 330 P4. An der Front ist lediglich eine große ovale Öffnung vorhanden. Es fehlt der für die Ferrari 330 P3 und 412 P typische, mittig angeordnete Lüftungsschlitz oberhalb der großen Öffnung. Diese Veränderungen hat Wiking aus verständlichen Gründen nicht nachvollzogen, denn dies hätte eine neue, sehr kostenintensive Form erfordert. Original und Vorbild fahren mit Firestone-Pneus, wie die Flankenbeschriftung verrät.

Auch das zweite der letzen beiden Modelle aus dem NAM ist die gelungene Wiedergabe eines Ferrari 412 P. Wiking hat auch bei diesem Modell die in der Rennsaison 1967 neu eingeführten Felgen berücksichtigt, die von den Ferrari-Werkswagen in der gesamten Saison 1967 und von den privaten 412 P spätestens seit Le Mans 1967 eingesetzt wurden. Auch die Reifenbeschriftung „Good Year“ entspricht dem Vorbild. Das Modell stellt den Ferrari 412 P der Scuderia Filipinetti mit der Startnummer 22 dar, mit dem die Scuderia bei den 24 Stunden von Le Mans 1967 im Juni 1967 antrat. Der ursprünglich als Werksberlinetta des Typs 330 P3 (Chassis-Nr. 0848) erstellte Rennwagen war erst spät in der laufenden Rennsaison 1966 zum Rennen in Le Mans 1966 rennfertig, wurde zum Saisonende 1966 zum Typ 412 P umgebaut und an den privaten Schweizer Rennstall Scuderia Filipinetti veräußert. Dabei wurde unter anderem das Heck abgeändert und der 12-Zylinder-Motor von Einspritzung auf Vergaser umgebaut. Pilotiert wurde das Fahrzeug bei 1967er Rennen in Le Mans von dem Franzosen Jean Guichet und dem Schweizer Herbert Müller. Leider setzte ein Motorschaden dem rasanten Vortrieb des Ferrari 412 P am 10. Juni 1967 gegen 22 Uhr nach 88 Runden ein Ende. Interessant ist, dass die Scuderia Filipinetti bei dem 24-Stunden-Rennen neben zwei Ferraris auch einen Ford GT Mk I einsetzte, der ebenfalls die Ziellinie nicht erreichte.

Die Scuderia Filipinetti war ein Rennstall des Schweizer Ferrari-Importeurs Georges Filipinetti mit Sitz in Genf. Das Rennteam erzielte große Erfolge in den Jahren 1962 bis 1973. Hauptfahrer des Teams war der Schweizer Herbert Müller, geboren 1940 in Menziken. Er starb 1981 bei einem Rennen auf dem Nürburgring. Aufgrund seiner besonderen Liebe zu Zigarren trug er den Spitznamen „Stumpen-Herbie“. Jean Guichet, Stumpen-Herbies Teamkollege beim 1967er Rennen in Le Mans, wurde 1927 in Marseille geboren und siegte in Le Mans 1964 auf einem Ferrari 275 P. Er startete bei allen großen Rennveranstaltungen und war als einer der Gentleman-Piloten der 50er- und 60er-Jahre bekannt. Er gilt als der älteste noch lebende Sieger eines Rennens in Le Mans.

kr/spy

Alle elf Ferrari 330 P3 und 412 P vereint, ein imposanter Anblick und ein tolles Thema innerhalb des Wiking-Kosmos’. Links die vier Ferrari P3, rechts und vorn die Ferrari 412 P.
Modellfotos: kr
Sowohl der grüne Ferrari 412 P des britischen Rennteams von David Piper als auch der weiß bedachte rote Rennwagen der Schweizer Scuderia Filipinetti tragen alle Beschriftungen und Logos der großen Vorbilder. Auch die korrekten Felgen sind vorbildgerecht unterschiedlich beschriftet.
Die Heckansicht offenbart, dass sie beim grünen Piper-Ferrari nicht dem Vorbild entspricht, denn dort müsste ein Reserverad herauslugen. Es wäre aber vermessen, deswegen Wiking zu kritisieren, denn es müssen manchmal einfach Kompromisse eingegangen werden. Das Heck des roten Modells ist vorbildgerecht.

Steckbrief:

Wiking 8182 10 Ferrari 412 P Neun Stunden von Kyalami 1967, David Piper Racing, # 7 (Fahrer David Piper/Richard Attwood., 5. Platz). Karosserie grün. IA rot. Felgen goldfarben. 8182 11 dito 24 Stunden von Le Mans 1967, Scuderia Filipinetti, # 22 (Fahrer Jean Guichet/Herbert Müller. Ausfall 88. Runde). Karosserie rot mit weißem Dach. IA rot. Felgen goldfarben mit hellblauem Felgenrand. Auflagenhöhen unbekannt. UVP jeweils 29,99 €.